Die Erfahrung macht den Unterschied

 

Gingen. Die Landesliga-Handballer der SG Kuchen-Gingen mussten am vergangenen Wochenende eine 28:31-Niederlage im Derby gegen die SG Lauterstein 2 hinnehmen. Lauterstein entschied die spannende Partie in den letzten 15 Minuten für sich.

 

Der Beginn gehörte ganz klar den Riethmüller-Schützlingen. Lauterstein eröffnete zwar mit dem 1:0 und dem 1:2, doch die von Beginn an hellwache SG-Sieben zeigte sofort, mit was die SG Lauterstein zu rechnen hatte. Lächler traf aus dem Rückraum und per Strafwurf, Kühn vollendete von außen. Die Schützen der SG Lauterstein fanden zu Beginn keinen Weg an der sehr bissigen SG-Abwehr und Torwart Kautzmann vorbei, der seinen Kasten wahrlich vernagelte. Ehe sich die Mannschaft von Spielertrainer Funk umsah, trafen Becker im Gegenstoß, kurz darauf erhöhte Mayer aus dem Rückraum zum 7:2 (11.) und Funk hatte in seiner Auszeit alle Hände voll zu tun, um dem SG-Express den Wind aus den Segeln zu nehmen Er wechselte sich selbst ein und sollte im restlichen Spiel zum entscheidenden Faktor werden, erzielte bis zum Ende 15 Tore. Zunächst blieb die SG noch am Drücker. Zwei Funk-Tore konterten Lächler per Siebenmeter und Däumling mit einem Rückraumwurf, stellten mit dem 9:4 wieder auf fünf Tore Differenz. Im Anschluss kam Lauterstein etwas besser ins Spiel und verkürzte auf 9:7 (20.). Mayer legte nach, stellte auf 10:7 und 11:8, im Anschluss wechselten sich beide Mannschaften in schöner Regelmäßigkeit mit den Torerfolgen ab. Kurz vor der Pause verkürzte Lauterstein auf 14:12, bevor Däumling mit einem schnellen Angriff die ungeordnete Lautersteiner Abwehr nochmals überwinden konnte und zum 15:12-Halbzeitstand traf.

 

Den Beginn der zweiten Halbzeit markierte Mayer mit einem weiteren Treffer aus dem Rückraum. Weiter zeigte sich Funk im linken Rückraum der SG Lauterstein als Alleinunterhalter, spielte alle seine Erfahrung bärenstark aus und hielt seine Mannschaft damit in der Partie. Bis zum 20:17 konnte die Mannschaft von Riethmüller drei Tore Vorsprung halten. Dann drehte Jaros im Tor der SG Lauterstein auf, konnte einige freie Würfe parieren und seine Vorderleute bei der Aufholjagd unterstützen. Die schlechte Wurfausbeute wurde umgehend bestraft. Lauterstein glich beim 20:20 erstmals aus, ein Mayer- und drei Funk-Tore später leuchtete ein 21:23 für die SG Lauterstein auf der Anzeigetafel und die Partie kippte (27.). In den letzten 13 Spielminuten tat sich die SG dann im Angriff schwerer, konnte das Tempo vom Spielbeginn nicht mehr an den Tag legen und musste sich jeden Torerfolg hart erkämpfen. Die Mannschaft steckte noch nicht auf, vermochte aber auch nicht mehr, entscheidend heranzukommen. In den letzten Spielminuten wurde auch mit einer offensiven Deckung alles versucht, doch Kevin Nagel setzte sich in dieser Phase geschickt durch und entschied die Partie mit drei Toren am Ende für die SG Lauterstein.

 

Am Ende steht für die SG eine bittere Derbyniederlage, besonders aufgrund der hohen Führung zu Beginn. Den Unterschied machte letzten Endes die größere Erfahrung in den Reihen der SG Lauterstein aus, personifiziert insbesondere durch Funk. Er zeichnete sich nicht nur mit seinen 15 Toren für die Hälfte aller Lautersteiner Torerfolge verantwortlich, sondern initiierte jeden Angriff, traf Entscheidungen und sorgte so maßgeblich für den Sieg. Die junge SG-Mannschaft kann insbesondere auf der Leistung der ersten Halbzeit aufbauen. Diesen Weg gilt es konsequent fortzugehen und auch Rückschläge, wie eben die Derbyniederlage nicht zu hoch zu hängen. Schon in der kommenden Woche kann die SG beim TV Steinheim wieder zeigen, was in ihr steckt.

 

SG Kuchen-Gingen: Trünkle, Kautzmann im Tor; Lächler (7/5), Zasada, Paluszkiewicz (1), Brentrup, Ruckstädter, Freichel (2), Kühn (1), Mayer (8), Becker (3), Däumling (5), Schäffner, Dollinger

 

Zeitstrafen: SG Kuchen-Gingen 1, SG Lauterstein 2

 

Siebenmeter: SG Kuchen-Gingen 5/5, SG Lauterstein 8/9