Punkt verloren, Punkt gewonnen

Gingen. Kein Spiel für schwache Nerven zeigte die SG Kuchen-Gingen am vergangenen Sonntagabend in der Gingener Hohensteinhalle. Die Mannschaft von Trainer Andreas Frey spielte 30:30-Unentschieden gegen die HSG Friedrichshafen-Fischbach.

Von Beginn an merkte man beiden Mannschaften die Brisanz der Partie an. Die Abwehrreihen und die Torhüter dominierten die ersten Minuten der Begegnung. Tim Trünkle, der zu Beginn im Tor der SG stand, knöpfte der HSG bereits nach wenigen Sekunden einen Gegenstoß ab, im Gegenzug scheiterten aber auch die Schützen der SG Kuchen-Gingen mehrfach am Torwart der HSG Friedrichshafen. Im Angriff setzte Mayer sich auf der rechten Rückraumposition immer wieder stark gegen seinen Gegenspieler durch, erarbeitete sich so Torerfolge und Zeitstrafen für den Gegner. Bis zum 7:6 durch Mayer wechselten sich beide Mannschaften mit dem Tore schießen ab. KuGi legte zur Führung vor, die Häfler glichen im Gegenzug wieder aus. Nach einem HSG-Doppelschlag zum 7:8 setzte Hagmann das Spielgerät zweimal in Folge in die Maschen. Im Anschluss gab es dann Platz auf dem Spielfeld. Die beiden Unparteiischen, die ihre Zeitstrafen sehr großzügig verteilten, stellten zunächst Mayer und wenige Sekunden später Pozan nach mehr oder minder  schwerwiegenden Fouls von der Platte, stellten anschließend mit einer doppelten Zeitstrafe gegen Pentzlin zahlenmäßig auf einfache Überzahl für die HSG und kurz darauf mussten auch noch Däumling und HSG-Spieler Schöberl auf der Bank platz nehmen. Die HSG nutzte die Konfusion besser aus und ging so bis zur 29. Spielminute mit 11:13 in Führung, bevor Mayer den Anschluss herstellte und Kühn wenige Sekunden vor der Pausensirene nach Ballgewinn der starken SG-Abwehr zum Ausgleich traf.

Die HSG Friedrichshafen-Fischbach startete besser in die zweite Halbzeit und legte auf 13:16 vor. Mayer durchbrach den Lauf mit einem Rückraumtreffer zum 14:16. Im Anschluss zeigte die SG die beste Phase der Partie. Aus einer starken Defensive heraus spielte die SG schnell nach vorne, was nach Treffern von Mayer, Lächler und Franzisi zu einem 6:0-Lauf führte und die SG auf 20:17 davonziehen ließ. Zudem schien sich das Blatt endgültig zu Gunsten der SG zu wenden, als Schöberl nach einem Foul gegen Mayer die rote Karte sah und die sowieso nur zu neunt angereisten Gäste in der Folge nur noch zu fünft auf der Platte standen, nachdem Mittespieler Nothelfer sich zuvor auch noch verletzt hatte. Die kampfstarken Gäste steckten aber nicht auf, wechselten kurzerhand ihren Torhüter am Kreis ein und konnten so wieder in Gleichzahl agieren. Die SG musste in der Folge jedoch ebenfalls in Unterzahl agieren, nachdem Lächler und Hagmann gleichzeitig mit einer Zeitstrafe auf die Bank beordert wurden. Wenig später stellten die beiden Unparteiischen auch noch Pozan mit zwei Minuten vom Feld. Die HSG nutzte die Überzahl zur 22:24-Führung und brachte die SG damit arg in Bredouille. Erst eine Auszeit von SG-Trainer Frey lenkte das Spiel der SG wieder in geordnete Bahnen. Paluszkiewicz traf zum 23:24-Anschluss von außen, bevor ein Doppelschlag von Lächler den 25:25-Ausgleich brachte. In der spannenden Schlussphase feierte dann Ambrosch sein Comeback und zeigte nach HSG-Führung mit einer Einzelaktion zum 27:28-Anschluss seine Klasse. Dennoch schienen der SG die Felle davonzuschwimmen, als HSG-Shooter Witzemann seine Mannschaft in der 60. Spielminute mit 28:30 in Führung brachte. Ein schneller Treffer von Ambrosch brachte die SG nochmals heran, zudem konnte die Abwehr die HSG ins Zeitspiel drängen und einen unplatzierten Abschluss erzwingen. Trainer Frey legte 20 Sekunden vor Schluss die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch und besprach die letzte Aktion, um doch noch einen Punkt mitnehmen zu können. Geduldig spielte seine Mannschaft noch 10 Sekunden von der Uhr, setzte dann zum finalen Angriff an. Und der saß. Der Ball kam auf linksaußen zu Franzisi, und der setzte das Spielgerät in die Maschen zum 30:30-Endstand.

 

Aufgrund des Rückstands kurz vor Schluss muss der eine Punkt als gewonnener gewertet werden. Die Umstände des Spiels mit zwei roten Karten gegen die HSG lassen dennoch auch von einem verlorenen Punkt sprechen, weil die SG nach dem 6:0-Lauf den Sack nicht zumachen konnte. Für die SG steht nun eine mehrwöchige Spielpause an, erst im neuen Jahr geht es weiter.

 

SG Kuchen-Gingen: Lehrmann, Trünkle im Tor; Paluszkiewicz (3), Ambrosch (2), Pozan (1), Hagmann (2), Kühn (1), Franzisi (4), Mayer (9), Becker (1), Scibik, Däumling (1/1)

 

Siebenmeter: SG Kuchen-Gingen 1/4, HSG Fn-Fischbach 5/6

 

Zeitstrafen: SG Kuchen-Gingen  7 (Pozan 2, Lächler, Hagmann, Franzisi, Mayer, Däumling) HSG Fn-Fischbach 11