Am Ende Fehlt die Kraft

Herbrechtigen/Kuchen. Die Landesliga-Handballer der SG Kuchen-Gingen haben am vergangenen Samstag in Herbrechtingen mit 27:25 verloren. Nach einer imposanten Aufholjagd kurz vor Ende musste sich die Mannschaft des Trainergespanns Geiger/Frey schlussendlich geschlagen geben.

In die Partie startete die SG dabei sehr motiviert. Becker und Mayer eröffneten für die SG, zudem stand die 6-0 Abwehrreihe wie im Derby gegen den TVA sehr sicher und erkämpfte sich einige Ballgewinne. Die SG nutzte jedoch die sich bietenden Chancen nicht konsequent aus und brachte so Herbrechtingen nach und nach in die Partie. Aufgrund der sehr strengen, aber konsequenten Regelauslegung der Unparteiischen hinsichtlich kritischen Äußerungen, gestaltete sich die Anfangsphase sehr zerfahren. Beide Mannschaften spielten deswegen zeitweise in Unterzahl, wodurch Platz auf dem Feld entstand, den Herbrechtingen besser zu nutzen wusste. Besonders Janis Bauer narrte die SG-Abwehr im Zusammenspiel mit Mittelmann Bayik einige Male und schoss Herbrechtingen so beim 7:4 in Front. Mayer tankte sich bei der anschließenden schnellen Mitte durch die noch nicht formierte SHB-Abwehr und wurde von Ruoff mit einem rüden Foul gestoppt, der im Wurf noch von hinten in den Wurfarm griff. Die folgerichtige rote Karte war dennoch nicht die erhoffte Initialzündung für die SG, die die Durchschlagskraft im Angriff vermissen ließ. Erst gegen Ende der ersten Spielhälfte fand die SG wieder zu flüssigerem Spiel zurück. So konnte Mayer mit dem Pausenpfiff noch auf 13:10 verkürzen, nachdem die SG schon mit 10:6 ins Hintertreffen geraten war.

Den Schwung konnte die SG nach energischer Ansprache der beiden Trainer mit in die Anfangsphase der zweiten Halbzeit nehmen. Trotz eines erneuten Treffers des starken Janis Bauer konnten Ambrosch, Hagmann und Mayer die SG bis auf 15:14 heranbringen (35.).  In der Folge begnügte sich die SG jedoch mit einer nachlässigen Abwehrarbeit, die viele Treffer über Kreisläufer Kresse zuließ. So konnte Herbrechtingen, unterstützt durch weitere SG-Fehlwürfe, erneut bis auf 22:17 davonziehen (45.). Eine Auszeit der SG, verbunden mit einer Abwehrumstellung, läutete dann die beste Phase ein. Innerhalb von 3 Spielminuten verkürzen Mayer, Ambrosch und Däumling auf 22:21, anschließend setzte Däumling sogar den Ausgleich und mit einem souveränen Heber von der Strafwurflinie die Führung zum 22:23 drauf. Herbrechtingens Trainer Jooß rief seine Mannschaft ebenso zu einer Auszeit an die Seitenlinie, woraufhin Herbrechtingen wieder Lösungen gegen die Deckungsvariante der SG fand. 5 Minuten vor Spielende führte die Heimmannschaft wieder mit 2 Toren, bevor Däumling zum 25:24 und zum 26:25 verkürzen konnte. In der entscheidenden Schlussphase konnte die SG ihre Chancen jedoch nicht zu 100% nutzen. Im Gegensatz dazu setzte Janis Bauer den Ball 10 Sekunden vor Spielende zum entscheidenden Treffer in den Torwinkel.

In der Endabrechnung ist der Sieg für Herbrechtingen aufgrund der besseren Chancenverwertung nachvollziehbar. Die SG hatte die Entscheidung  nach der Führung in der Schlussphase in der eigenen Hand, scheiterte aber unter anderem an den raren Wechselmöglichkeiten der durch Verletzungen gebeutelten Truppe. Steck stand wegen einer Sperre nicht im Kader, zudem verletzte sich Scibik während dem Spiel am Ellbogen und konnte die Partie nicht fortsetzen. Für die SG spricht indes, dass man trotz des hohen Rückstandes zur Mitte der zweiten Halbzeit eindrucksvoll zurückschlug. In der kommenden Woche hat die SG in der heimischen Ankenhalle die Chance auf Wiedergutmachung. Dann ist die HT Uhingen-Holzhausen zu Gast.

SG Kuchen-Gingen: Lehrmann, Trünkle im Tor; Ambrosch (5/1), Eroglu, Schraml, Pozan, Hagmann (1), Franzisi, Mayer (10), Becker (2), Scibik, Däumling (7/2), Dürner

Zeitstrafen: SG Herbrechtingen-Bolheim 7, SG Kuchen-Gingen 6 (2 x Ambrosch, 2 x Mayer, Schraml, Franzisi)

Rote Karte: Ruoff (Herbrechtingen, grobes Foulspiel)

Siebenmeter: SG Herbrechtingen-Bolheim 3/1, SG Kuchen-Gingen 4/3